Notebook
December 5th, 2007 by Jens

Nicht verloren, aber jetzt mal ein wenig aufgesplittet….:)

Ich habe mir mal die Domain Achromatics.net gesichert. Es war mir schon länger ein Bedürfnis meine zeitintensiveren Bilder von der Urban- und Streetfotografie zu trennen und ihnen an anderer Stelle einen Raum zu geben. Dafür schien mir letztendlich ein neuer Photoblog unvermeidlich. “Ruhige Fotografie” nenne ich das was da hauptsächlich zu sehen sein wird und das hat wohl eher was mit dem Herstellungsprozess zu tun, wenn auch die Motive selber meistens nicht der Brüller sind… ;)

Zusätzlich zeige ich hier Bilder, die mit meinen alten Kameras vom Flohmarkt oder anderen Quellen gemacht wurden. Mir macht es einen Heidenspass sie zu riechen (ja das tun sie) und beim Auslösegeräusch an einen Kolbenfresser zu denken. Das Fotografieren selber setzt dem dann die Krone auf und vor allem die erzielten Ergebnisse in einer den High-Tech umjubelnden Zeit.

Wer also mag schaut vorbei auf Achromatics :)

Setup

November 2nd, 2007 by Jens

Wenn der Herbst es sich so richtig gemütlich macht (und damit bei mir genau das Gegenteil erreicht) hat man spätestens nach dem Umstellen der Uhr auf Winterzeit viel Raum über das nachzudenken, was man aus Lichtmangel nun etwas weniger tut.

Für mich stand es schon länger im Raum noch mehr Tempo rauszunehmen aus der Fotografie als es jetzt schon der Fall ist. Innerhalb des letzten Jahres hatte ich mich entschlossen sämtliches digitales Fotoequipment abzustossen, um dem was ich eigentlich in meinen Bildern zeigen will, aber auch dem kompletten Prozess beim Anfertigen einer Fotografie wieder näher zu kommen. Mit dem Verkauf meiner letzten Kamera mit Autofokus und multiplen Belichtungsprogrammen am Sonntag letzter Woche ist dieser Wechsel auch rein hardwaretechnisch komplett vollzogen….wenn ich auch sagen muss, dass ich die F100 eh quasi nie benutzt habe, sondern nur als “Wennsmalschnellgehenmussknipse” im Schrank hatte.

Verkaufen ist eine Sache… komplett umdenken eine andere….wesentlich länger dauernde Geschichte. Das von mir mittlerweile bevorzugte Mittelformat erfordert schon etwas mehr Vorbereitung und bringt mich im Wunsch nach gefühlter Fotografie schon ein grosses Stück vorwärts. Gleichzeitig ist es mir hier schon ansatzweise gelungen mehr Zeit mit der Auswahl der Motive zu verbringen als mit dem Auslösen der Kamera und der letztendlichen Sichtung der Resultate. Für mich ein grosser Schritt bis dahin, denn dieses “Dahinklicken” ist doch genau das was es einem unendlich erschwert wirklich noch bewusst wahrzunehmen was man da tut….sich an jede Einstellung erinnern zu können und letztendlich aus dem Gesamtkomplex Fotografie begreifbare Befriedigung zu schöpfen.

Die einen mögen sagen ein ziemlich altmodischer Ansatz….ja und!? Es mag mit meinem Alter zusammenhängen und auch mit der Einsicht nicht alles was gerade en vogue ist mitmachen zu müssen….oder aber auch mit dem Eingeständnis die Gegenwart nicht mehr immer zu begreifen und das Tempo nicht mehr mitgehen zu können und darum letztendlich auch nicht zu wollen. Das mag man als altmodisch interpretieren, aber ich mache ja mein Ding für niemand Geringeren als mich selber und versuche da alle Zwänge von Außen weitmöglichst abzuschüttlen und das ist schon schwerer als es klingt.

Nun denn….also weiter zurück in meine Zukunft was Fotografie angeht. Ich habe mich also entschlossen die Zeit noch ein wenig langsamer laufen zu lassen, noch mehr Stunden mit der Motivauswahl zu verbringen, mit dem Einstellen der Kamera, mit Erfassung aller möglichen Parameter und mit dem Belichtungs- und Entwicklungprozess. Blende 32 und dann “zuhören” wie der Film “verbrennt”….und ein wenig von dem Gefühl mitnehmen wie man es aus Büchern und Filmen kennt.

Mein Einstieg ins Grossformat ist mit einer Graflex Speed Graphic sehr vorsichtig gewählt. Eine Kamera, die in Amerika sehr verbreitet war und ist und die man für realtiv geringes Geld an bekannten Stellen erwerben kann. Bem Betrachten dieses “Monsters” denkt man unwillkührlich an alte amerikanische Filme und die darin vorkommenden Pressefotografen. Dennoch kann die Kamera sehr wohl auch mehr als nur Schnappschüsse von Marilyn und Al…:) ….. und wenn ich merken sollte ich fühle mich auf Dauer wohl in dem Bereich kann man immer noch nach anderen Fabrikaten Ausschau halten….
Ich bin sehr gespannt wie sich das anfühlt, aber wenn man so einen Planfilmhalter mit einem 4×5 Zoll grossen Film bestückt ist das schon eine aufregende Sache….wie mag sich da erst der Rest anfühlen…..wir werden sehen.

Ich freue mich jedenfalls drauf wieder alles falsch zu machen, nach einem ganzen Tag mit 2 belichteten Negativen nach Hause zu kommen, davon dann mindestens eins in der Duka zu versauen, beim Anderen festzustellen, dass das Bild nichts hergibt. …..und dann wieder loszuziehen und darauf zu warten ein zeigbares Ergebnis zu haben. Sollte das der Fall sein wird es zu sehen sein….bei mir zuhause und im Web 2.0….denn das gibts ja auch noch….hätte ich fast vergessen….:)

Graflex Speed Graphic 1Graflex Speed Graphic 2Graflex Speed Graphic 3

September 23rd, 2007 by Jens

Da gibts wohl nix dran zu rütteln…und wie jedes Jahr kann ich dem mal wieder nicht viel abgewinnen. Immerhin bleibt noch die Hoffnung auf einen angenehmen Herbst, aber die Zeit bis zum nächsten Frühling könnte dann doch etwas kürzer sein….sagen wir mal so 4 Wochen fände ich angebracht. Naja freuen wir uns auf den April und bis dahin habe ich im Fotoblog mal aufgeräumt und das Licht angemacht….:)

September 5th, 2007 by Jens

Die Bilder aus Tokyo sind entwickelt, eingescannt und es sind nicht wenige geworden :)

Die besten davon habe ich zu einer Serie zusammengefasst und da ein Photoblog für solche Serien immer etwas ungeeignet ist finden sich die Bilder auf Onexposure.net. Eine Seite übrigens, die nach einigen Anfangsschwierigkeiten durchaus geeignet erscheint solche Projekte auszustellen. Es kann sein, dass sich die Anzahl der Bilder dort noch erhöht…aber ich denke der Hauptteil ist fertig.

Durch die Entscheidung ausschliesslich mit der M6 zu fotografieren war mein Hauptaugenmerk eher im Bereich Streetphotographie angesiedelt und ich muss gestehen…das hat richtig Spass gemacht….und führte mir wieder mal vor Augen, dass ich einfach ein schönes Hobby habe…:D

Wer mal schauen will also bitte HIER klicken :)

Feedback ist wie immer erwünscht…aber ich bin gerade selber etwas kommentierfaul…und das wird ja meistens in Bloggerkreisen scharf geahndet…;)

August 29th, 2007 by Jens

Wie sagte einst Bommi Baumann: Wer nicht weggeht - kommt nicht wieder! Ein passender Satz und für mich sowieso, denn ich bin zurück aus der japanischen Hauptstadt. Müde bin ich und irgendwie durch den Wind. Der Grund für beides ist sicherlich nicht nur der Jetlag oder die dortigen Aussentemperaturen gepaart mit ausgefeilter Klimatechnik, sondern einfach auch die zahlreichen Eindrücke, die bei so einem Kulturwechsel auf einen einstürzen.

Auf jeden Fall war es ziemlich eindrucksvoll sich einige Vorurteile bestätigen zu lassen (Monsterstadt, eng, wenig grün usw.) und andere ins Nirvana zu schicken (totale Hektik, Verkehrschaos, kaum Verständigung möglich).

Ja die Stadt ist gross….wirklich riesig und man hat den Eindruck es wäre eine komplette Erde gebaut aus Hochhäusern mit vereinzelten,  kleineren, zukünftigen Abrisskandidaten mittendrin (die Schreine mal ausgenommen). Erstaunt hat mich dabei das im Vergleich mit anderen grossen Städten eher geringe Verkehrsaufkommen. Ich habe nicht einmal in der Gefahr gelebt eine Strasse ohne Ampel nicht überqueren zu können und von oben und bei Nacht hatte man oft den Eindruck es bestünde an einigen Orten Fahrverbot…so wenig Autos waren zu sehen.

Ja und dann die Menschen, die man ja gar nicht richtig kennenlernen konnte, aber die ich ähnlich wie ich es auch in anderen Städten mache stundenlang betrachtet habe. Und zumindest äusserlich waren dort einige Facetten geboten…und eine ausgeprägte Freundlichkeit meine ich erkannt zu haben, ohne zu wissen was sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Was bleibt sind einige belichtete Filmrollen (die dann demnächst und auszugsweise im Photoblog als Bilder erscheinen) und das nachhaltige Gefühl ständig in der Angst gelebt zu haben in Tokyo irgendwas falsch zu machen….wie z. B. die Stäbchen in den Reis zu stecken, laut zu niesen oder eine Melone zu verschenken…..ist ja schon was anderes da in Japan….aber zum Glück sind da auch nur Menschen :)

Feierabend

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